Tipps & Tricks
- Anne Blüml
- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Schneiden & Auslichten
Im Juli steht alles in voller Blüte und es gibt viel zu bestaunen und zu ernten. Nun kann es hilfreich sein, die Pflanzen von ihrer Blattmasse ein wenig zu befreien. Vor allem Tomaten und Gurken müssen regelmäßig beschnitten werden - die Tomaten ausgegeizt, die Gurken am Haupttrieb gestutzt, damit sich an den Seitentrieben viele Früchte bilden. Je besser man regelmäßig aberntet, desto schneller kommen auch wieder neue Früchte nach. Bei Tomaten können, wenn sie etwas dicht stehen, auch einzelne große Blätter herausgenommen werden, um Pilzbefall vorzubeugen und für gute Durchlüftung zwischen den Pflanzen zu sorgen. Melonen, die wie Gurken und Kürbisse zu den Kürbisgewächsen zählen, sollten auch geschnitten werden, damit sie ihre Kraft nicht mehr so stark ins vegetative Wachstum stecken. Zwei Blätter nach einer Frucht sollte man den Trieb abschneiden; ebenso sollte der Haupttrieb bei Honig- und Zuckermelonen nach acht Blattpaaren abgeschnitten werden. Bei Wassermelonen verhält es sich anders, hier muss vorsichtiger geschnitten werden, da sie mehr Blattmasse für ihre Photosynthese-Prozesse benötigen.

Abgeerntete Beete neu bestellen
Auf Flächen, die abgeerntet sind, kann jetzt neu ausgesät werden. Innerhalb weniger Tage keimen bei diesen sommerlichen Temperaturen die Samen. Ob Mangold, Rote Bete, Pak Choi oder Herbstsalate wie Radicchio und Zuckerhut - alles kann jetzt noch gut wachsen und ausreifen. Um das Beet optimal vorzubereiten, kann zunächst ausgesäte Gründüngung wie Phacelia, Ringelblumen oder Kleegewächse gehackt und in den Boden eingearbeitet werden. Mit ein wenig frischem Kompost ist die Fläche auf die nächsten Gemüsesorten optimal vorbereitet. Die langsam verrottende Mulchschicht gibt nach und nach Nährstoffe ab.
Himbeeren schneiden
Es gibt zwei verschiedene Arten von Himbeeren: Sommer- und Herbsthimbeeren.
Sommerhimbeeren tragen im nächsten Jahr am alten Holz. Nach der Ernte werden also alle Ruten, die Früchte getragen haben, in Bodennähe abgeschnitten. Pro laufenden Meter werden ungefähr zwei bis fünf neue Ruten stehen gelassen. Herbsthimbeeren tragen an allen Ruten; sie können ganz einfach nach der späteren Herbsternte komplett bis auf den Boden heruntergeschnitten werden. Zudem sollten die Sträucher nach der Ernte mit gut abgelagertem Pferdemist oder Kompost gedüngt werden, damit sie fürs nächste Jahr Kraft sammeln können. Das Gleiche gilt für Erdbeeren (nur düngen, nicht schneiden).
Organisch Düngen & Versorgen
Um eine reiche Ernte einfahren zu können, muss man für seine Pflanzen eine optimale
Nährstoffversorgung gewährleisten. Das geht aber nicht nur mit fertigem mineralischen Dünger aus dem Gartencenter-Regal, sondern auch mit natürlichen Mitteln. Das Gute an Letzteren ist, dass sie nicht so schnell ins Grundwasser ausgewaschen werden und, dass sie das Bodenleben fördern und aufbauen. Ist das Bodenleben intakt und versorgt, wird auch weniger Dünger notwendig. Neben der Versorgung im Herbst und Frühjahr ist auch die Sommerzeit ein guter Moment, um den Pflanzen „Anschub“ zu geben. Auf den Beeten, zwischen den Pflanzen, wird frischer Kompost verteilt und Hornspäne werden ausgebracht. Das ist der Langzeitdünger; hier werden nur allmählich Nährstoffe freigesetzt. Für den sofortigen Raketenstart macht Pflanzenjauche Sinn. Eine Tonne zu einem Dreiviertel mit Brennnesseln füllen und mit Wasser aufgießen; die Zugabe von Gesteinsmehl mildert zumindest ein wenig den Gestank. Täglich umrühren, damit Sauerstoff zirkuliert. Nach 2-3 Wochen ist die Jauche dunkelgrün und die meisten Pflanzenteile sind zersetzt; jetzt ist sie einsatzbereit. Im Verhältnis 1:10 verdünnen und wöchentlich mit 2,5 Litern pro Quadratmeter ausbringen. Eine andere gute Möglichkeit ist Beinwelljauche. Brennnesseljauche enthält hauptsächlich Stickstoff, während Beinwelljauche kaliumbetont ist und somit Fruchtansatz, Standfestigkeit und Wasserhaushalt positiv beeinflusst. Für Melonen und Gurken ist Beinwelljauche eine tolle Alternative.







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