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Ein Füllhorn voller Sommer


Auch wenn der Hochsommer nicht für seinen Blütenreichtum bekannt ist: es gibt immer noch so viel Blühendes auf wilden Wiesen und Feldrändern zu finden, dass es die reinste Freude ist, sich einen Strauß zu pflücken.

Fast genau das taten wir bei unserem Workshop „Wildblumensträuße binden meets Maria Sibylla Merian“, der am 30. Juli zum ersten Mal auf dem Weltacker angeboten wurde. Früh Morgens hatte ich noch mit meinem kleinen Sohn auf dem Fahrrad die Umgebung abgegrast und herrliche Wildblumen gesammelt: der Rainfarn leuchtete mit seinen dunkelgelben Knöpfchen neben wilder Karde, wilder Möhre (zart und schön in jedem Strauß), vielerlei Arten Gräser, gelbem Lein, kanadischer Goldrute und Kleegewächsen. Außer den Rosen, die gekauft wurden, gab aber auch unser Acker selbst eine Fülle an dekorativem Schnittgut her.


Nach einer Führung mit dem Schwerpunkt auf besonders insektenfreundlichen Blumen und Merian ging es mit der fröhlichen und aufgeschlossenen Gruppe ans Tun. Alle waren hoch konzentriert bei der Sache - und gaben sich ganz der Kunst des Blumenbindens hin. Es entstanden wunderschöne Sträuße, die sicherlich auch getrocknet noch hübsch aussehen, und in denen sich die ganze wilde Pracht des Sommer widerspiegelt.

Danke, dass ihr dabei wart!



Hier noch ein paar Impressionen vom Workshop:



Herbst-Vorboten


Die Sonne brennt ungetrübt Tag für Tag auf unseren schönen Weltacker nieder und dennoch - man kann ihn bisweilen schon spüren, den nahenden Herbst. Die Ähren von Weizen und Gerste sind nicht mehr nur „reif“, sie sind „totreif“, wie man im Fachjargon sagt. Und das sieht man ihnen auch an.




Viele Sonnenblumen sind schon verblüht, und an ihren großen, schweren Köpfen sitzen Vögel und

picken die Kerne heraus. Alles strebt allmählich dem Ende des Wachstums und der Reife entgegen. So ist unser Mais inzwischen mehr als mannshoch, die ersten Tomaten werden rot und die Zucchinipflanzen schieben Früchte heraus, die so groß wie Keulen sind.



Fast täglich ernten wir gleich in der Früh Ringelblumen-, Malven- und Sonnenblumenblütenblätter, die in der prallen Sonne innerhalb kürzester Zeit komplett trocknen. Sie werden später Bestandteil unseres diesjährigen Acker-Tees sein.


Auch die Tee-Kräuter trocknen gerade an einem Wäscheständer im Lager. Zuletzt wurden Türkischer Drachenkopf, Grapefruit-Minze und Hafer gesammelt und gebündelt.



Bitterfreier Abschied


Unsere bitterfreie Vespergurke „Persika“, von der ihr im letzten Ackerbericht erfahren habt, macht leider nun die Biege. Mehltau und Mosaikvirus haben von ihr Besitz ergriffen und lassen sie nun unansehnlich braun-gelb gefleckt erscheinen. Wir sind trotzdem sehr dankbar für die gemeinsame

Zeit und halten die Früchte, die noch dran hängen, in Ehre.



Oh, Crapaudine!


Was vornehm und französisch klingt, ist es auch: nämlich unsere ‚Crapaudine‘, eine historische Rote Bete-Sorte aus dem 17. Jahrhundert. Wir müssen zugeben, dass es nicht immer einfach mit ihr war (sie begleitet uns bereits seit letzter Saison als fester Bestandteil unseres Gemüsegarten-Sortiments).

Die feine Dame wächst im Vergleich zu anderen Superperformer-Beten äußerst langsam, zumindest untenrum. Ihre Blätter schießen dafür wie verrückt. Außerdem wird sie nicht rund und dickbauchig, sondern lang und spitz, wobei sie laut Dreschflegel zu „Beinigkeit“ neigt. Was auch immer das sein mag. Tatsächlich ist sie aber äußerst schmackhaft und extrem süß, wie sich letztes Jahr schon herauskostete. Sie wächst nun bereits so lange auf dem halbrunden Hügelbeet zwischen Lauch und Möhren, dass es mir wirklich schwer fiel, sie heute zugunsten der Lichtzufuhr für die Karotten zu ernten. Die herausgezogenen Exemplare decken die ganze Größen-Palette ab: von fingerdick bis faustgroß. Welch eigenwillige Köstlichkeit!



 
 
 

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