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Der Sommer in all seinen Farben

Aktualisiert: 21. Juli


Der Sommer in all seinen Farben Gießen, gießen und nochmal gießen - die extreme Trockenheit beschäftigt uns auch auf dem Weltacker. Während gnadenlos die Sonne auf uns herunterbrannte, jäteten wir im Akkord, beregneten stundenlang die durstigen Kulturpflanzen und erfreuten uns einfach daran, wie schön alles gewachsen war.

Der Acker steht nun in seiner vollen Blüte: die Lücken im Maisfeld sind längst nicht mehr sichtbar, und der Soja kann es von der Größe her mit dem ihn umgebenden Zaun aufnehmen.

Der Gemüsegarten hat den „Wachstums-Zenit“ bereits überschritten, sodass er sich jetzt, nach einem beherzten Kahlschlag und Rückschnitt, wieder erholen und Kräfte für weitere Früchte sammeln kann. Zu unserer großen Freude gibt es beinahe täglich Gurken, Zucchini, Himbeeren, Pflücksalat und Mangold zu ernten.


Feine Gürkchen

Dieses Jahr haben wir die alte, samenfeste Sorte „Persika“ angebaut. Sie wurde 1997 aus Persien

eingeführt; auf dem Demeter-zertifizierten Dottenfelder Hof folgte die Auslesezüchtung und 1999 die Eintragung im Sortenregister.

Unsere „Persika“ ist eine bitterfreie Verspergurke, wie es so schön heißt, mit kurzen, dicken, leicht

hellgrün gezeichneten Früchten.

Ich hatte - etwas voreilig - die große Gurkenernte zunächst abgeschrieben, weil sich früh Mehltau

auf den Blättern bildete. Tatsächlich findet man auch in der Literatur Hinweise darauf, dass

„Persika“ unter Freilandbedingungen zu Mehltaubefall neigt. Bald schon erholten sich die Pflanzen aber und eroberten mit ihren kräftigen Ranken die Kompostgitter.

Und tatsächlich sind die Früchte besonders schmackhaft, worüber sich auch immer wieder Schüler:innen freuen, die auf dem Acker zu Besuch sind und mal kosten dürfen.


Melonen, die die Weltherrschaft anstreben

Eine ebenso aufregende Angelegenheit ist das Pflegen und Hegen unserer Melonen und ihrer

Begleitpflanzen im Geodät. Wer sich an den ersten Acker-Bericht diesen Jahres erinnert, sieht vielleicht noch den steinharten Boden vor sich, der im Frühjahr in eine Art Hügel-Mistbeet verwandelt wurde. Die selbst gezogenen Melonen-Pflanzen (samenfeste Zucker-und

Honigmelonen) wuchsen erst zögerlich, bis sie dann in den letzten Wochen regelrecht

explodierten.Die Geschichte der Gewächshäuser begann bereits im alten Rom, wo besonders empfindliche Pflanzen auf Rollgestellen in die Häuser geschoben wurden.

Mit der Entdeckung der Neuen Welt wurden im 16. und 17. Jahrhundert Zitruspflanzen nach Europa gebracht, die besonderen Schutz benötigten; es entstand ein regelrechter Status-Kult um die oft prächtig verzierten „Orangerien“, die meist dem Adel zum Lustwandeln dienten. Nach der industriellen Revolution kam es dann in der viktorianischen Ära zu einer Blütezeit der Gewächshauskultur, bevor nach und nach der funktionelle Charakter die Oberhand gewann. Heute sind Gewächshäuser meist Hochleistungs-Produktionsstätten, in denen alles mit hochmoderner Technik gesteuert wird. Ein Stück dieses früheren, romantisch verklärten Gewächshaus-Flairs möchten wir uns dennoch in unserem Geodät erhalten. Man fühlt sich schon ein wenig adelig, wenn man mit einer kleinen Blumenschere die langen Melonenruten kürzt, damit mehr Energie in die Früchte fließt. Die Nährstoffversorgung geschieht rein organisch: angefangen mit dem Mistbeet über das Aufbringen von Kompost, Düngen mit Beinwelljauche und Mulchen mit Beinwell-Schnitt. Nun soll eine Tröpfchenbewässerung die Wasserversorgung der durstigen Pflanzen auch am Wochenende sichern. Wir fiebern schon der ersten Ernte entgegen!


Eine neue Blume...

blüht zwischen den Sonnenblumen.


Nämlich Sabine, unsere neue Hilfe beim Ackern, Anpacken und Umgraben. Mit ihrem sonnigen Wesen und ihrer Bereitschaft, bei jeder Wetterlage zu schuften, macht sie den Weltacker zu einem noch freundlicheren Ort. Begleitet wird sie dabei von Carlos, einem sehr lieben und zart besaiteten Pudel, der sich immer über ein paar Streicheleinheiten freut.







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