Die Entstehung des Nürnberger Weltackers​​

2020

Zwischen der Innovation und Zukunft Stiftung und SDGs go local von Bluepingu bestand bereits eine enge Zusammenarbeit hinsichtlich der praktischen Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitszeile der UN, als wir auf den Weltacker Berlin stießen. Und da dessen Themen rund um gesunde Ernährung und gerechte Verteilung auch viele der 17 SDGs tangieren, war schnell klar, dass wir uns mit folgender Aussage des Berliner Projekts auch in Nürnberg auseinandersetzen wollten:

"...Wir sind jetzt gut 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Unsere Zahl wächst weiter, die Erde aber nicht. Kann sie uns noch ernähren? Wenn wir die globale Ackerfläche von 1,5 Milliarden Hektar durch die Zahl der Erdenbürger teilen, ergibt das 2000 m² pro Nase. Darauf muss also alles wachsen, womit Mutter Erde uns nährt und versorgt: Brot, Reis, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Öl, Zucker… aber auch all das Futter für die Tiere, deren Fleisch, Milch und Eier wir verzehren, Baumwolle für Jeans, Tabak für Raucher*innen, Bio-Gas oder Bio-Diesel und nachwachsende Rohstoffe für die Industrie...!"

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© Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Weltacker Berlin (Foto Volker Gehrmann)

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2020

Der erste Weltacker wurde 2013 in Berlin als kulturelle Bildungseinrichtung für die gemeinsame Erfahrung von Umwelt und Natur im globalen Zusammenhang eröffnet. Weltweit werden mehr als 20 solche Einrichtungen betrieben, die meisten im deutschsprachigen Raum, keiner jedoch bisher in Franken und auch keiner direkt im Herzen einer Stadt (Stand Anfang 2022).

Eine zentrale Lage im Stadtgebiet mit guter Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist wichtig für ein solches Projekt – sowohl aus der Perspektive als Lern- und Kulturort, als Begegnungsstätte von Jung und Alt ohne Unterschied von Herkunft, Geschlecht und sozialem Hintergrund oder einfach als Oase der Erholung.

Mit einem Weltacker mitten in Nürnberg würde unsere Stadt über ein Alleinstellungsmerkmal und touristisches Highlight verfügen, waren sich die Initiatoren der Idee von Anfang an einig.

© Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Weltacker Berlin

2020

 

Zukünftige gemeinsame Betreiber des Nürnberger Weltackers sind neben der geldgebenden Innovation und Zukunft Stiftung auch SDGs go local von Bluepingu e.V., die für Organisation und Bildungsangebote verantwortlich zeichnen werden.

Beide Organisationen wünschen sich die langfristige Überlassung eines Grundstücks zur Errichtung des Weltackers als Zeichen der Unterstützung seitens der Stadt Nürnberg.

Obwohl bisher nur in den Köpfen und auf dem Papier existent, bewegt das Bildungsprojekt bereits zu diesem Zeitpunkt die Gemüter. Schulen und Kitas, verschiedene NGOs, eine Hochschule und erste Unternehmen und Geldgeber wollen sich für den Weltacker in Nürnberg einsetzen.

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© Innovation und Zukunft Stiftung: Weltacker-Freundinnen der ersten Stunde (v.li. Katrin Schwanke, Julie Richardson, Barbara Schmitz, Kerstin Seeger)

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Frühling 2021

"Wie und wo ließe sich in Nürnberg ein Acker verträglich urbanisieren?" - So das Thema eines Lehrforschungsprojekts im Sommersemester 2021 von Ingrid Burgstaller, Professorin für Architektur und Stadtplanung an der Technischen Hochschule Nürnberg.

Die Ansprüche an einen solchen Standort sind hoch: Er soll mitten in der Stadt liegen und gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Im Idealfall werden Flächen entsiegelt und toter Untergrund zurück in lebendigen Boden verwandelt. Überhaupt soll das Konzept des Weltackers – vom Bau und Unterhalt der notwendigen Gebäude bis hin zur Bewirtschaftung der Flächen und den dort geplanten Bildungs- und Kulturveranstaltungen – ganzheitlich gedacht werden.

Eine große Herausforderung also für die Architekturstudent*innen der TH Nürnberg - dennoch war das Seminar für 18 Master-Studierende binnen weniger Minuten ausgebucht!

© TH Nürnberg, Fakultät Architektur: Modell eines Weltackers

Sommer 2021

 

Bis Ende Juli haben die Master-Studierenden die Vor- und Nachteile von sechs potentiellen Standorten analysiert, die sich rund um die Nürnberger Innenstadt reihen: einen ehemaligen Acker am Wegfeld, den Hiroshimaplatz vor dem heutigen BAMF (früher Kaserne), einen Parkplatz an der Von-der-Tann-Straße, einen Sportplatz an der Krugstraße, ein Gelände nahe des Marienbergparks und einen Parkplatz an der Stephanstraße.

Als Ergebnis der Diskussion von Besonderheiten und Bedingungen für ein grünes Bildungs- und Begegnungsprojekt in der Stadt resultieren neun Entwürfe, die am 28.7.21 in einer Hybrid-Veranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

In den Entwürfen spiegelt sich nicht nur die Vielfalt an Möglichkeiten wider, mit denen man das Projekt Weltacker angehen kann, sondern auch die Vielfalt der Persönlichkeiten der Studierenden (Architekt*in trifft Bauer) sowie die unterschiedlichen Eigenschaften der Orte.

Ebenfalls im Sommer 2021 begann eine erste Eignungs- und Verfügbarkeitsprüfung von vier dieser Standorte in der Nürnberger Stadtverwaltung.

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© TH Nürnberg, Fakultät Architektur: Schwarzplan mit Weltacker-Standorten

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Herbst 2021

„Mit dem Anstoß zu einem klimafairen und CO2-neutralen Orchester unterstreicht die Staatsphilharmonie Nürnberg vor Ort und überregional ihre hohe kulturelle und gesellschaftliche Verantwortung sowie Vorbildfunktion, was den Schutz unserer Umwelt anbelangt“, so die Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz.

Die Cellistin Veronika Zucker ist Teil der Arbeitsgruppe zur Initiative CO2-Neutralität der Staatsphilharmonie: “Dass es hier in Nürnberg eine Stiftung gibt, die schon ein anderes kleineres Theater auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet hat und die gleichzeitig das Projekt Weltacker in Nürnberg unterstützt, hat mich total begeistert. Einen Weltacker kannte ich bereits von Überlingen und so war ich natürlich Feuer und Flamme bei dem Gedanken, dass es diesen Weltacker auch hier in Nürnberg geben könnte. Wir dachten sofort daran, dass wir mit unserer neuen Ausrichtung und mit unserer Musik helfen können, diesem wichtigen Projekt eine Bühne zu geben”, meint Veronika Zucker.

© Staatsphilharmonie Nürnberg, CO2-Initiative Staatstheater Nürnberg, v.l.n.r.: Annette Kiesewetter, Veronika Zucker, Martin Möhler, Lisa Klotz (Foto Ludwig Olah)

Winter 2021

Während die Prüfung der geeigneten Flächen durch die Stadt Nürnberg um die Jahresmitte vorübergehend ins Stocken geraten war, präsentiert sich einer der größten Arbeitgeber der Region, die DATEV e.G., im Dezember als erster Sponsor und begeisterter Freund des Nürnberger Weltackers.

Als dann am 14.12. im Offenen Büro des Stadtplanungsamtes Nürnberg eine Schaufensterausstellung der Standort-Modelle der Studierenden der TH Nürnberg zum möglichen Standort anläuft, verspricht auch das Rathaus, zum neuen Jahr einen konkreten Standort-Vorschlag zu machen.

In einem offiziellen Video-Statement sichert Bürgermeister Christian Vogel dem Weltacker-Team seine volle Unterstützung für dieses Projekt zu, ließe sich daran doch unter anderem anschaulich auf die Verschwendung von Ressourcen aufmerksam machen.

Da die Eröffnungsfeier im Offenen Büro wegen Covid leider ausfallen muss, wird aus einer einmaligen Veranstaltung eine Wanderausstellung, die im Januar und Februar 2022 zuerst im Augustinerhof und dann im Lorenzer Laden zu sehen ist, ab März 2022 dann in der HypoVereinsbank am Lorenzer Platz und ab Juni 2022 bei der DATEV gastiert.

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© Innovation und Zukunft Stiftung, vor dem Offenen Büro des Stadtplanungsamts, von links: Manfred u. Barbara Schmitz (Stiftung), Prof. Ingrid Burgstaller (TH Nürnberg), Katrin Schwanke, Sofia Manewitsch (SDGs go local), Irene Bauer (TH Nürnberg); (Foto Angela Hauber)

Januar 2022

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© Innovation und Zukunft Stiftung, Weltacker-Schaufenster-Ausstellung im Augustinerhof: Angela Hauber (rechts, B2B Orator), Sofia Manewitsch (links, SDGs go local); (Foto Doanh Siu)

Januar 2022

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© Innovation und Zukunft Stiftung, Weltacker-Schaufenster-Ausstellung im LoLa (Lorenzer Laden); (Foto Doanh Siu)

Februar 2022

Dann geht alles plötzlich überraschend schnell:

Der Stadtplanungsausschuss beschließt in seiner Sitzung am 17. Februar 2022, die Flächen des Parkplatzes an der Von-der-Tann-Straße im Westpark für einen „Weltacker“ zur Verfügung zu stellen.

Ein gemeinsamer Pressetermin vor Ort findet ebenfalls im Februar statt. Oberbürgermeister Marcus König, Bürgermeister Christian Vogel und Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich bekräftigen unisono, dass die Idee eines Bildungsortes Weltacker mitten in der Stadt sehr gut im Nürnberger Rathaus ankomme, da Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema sei.

Der Parkplatz wird heute vor allem als Abstellplatz für Wohnwagen, Wohnmobile und Anhänger genutzt, die besser auf Privatflächen statt im öffentlichen Raum abgestellt werden sollten, heißt es seitens der Verwaltung. Der Standort ist spannend und stellt große Herausforderungen in Aussicht - etwa Entsiegelung und Recycling der Fläche, die Aufbringung von gesundem Ackerboden oder die Integration des Baumbestandes in die Bewirtschaftung.

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© SDGs go local, von rechts: OB Marcus König, Katrin Schwanke (SDGs go local), Baureferent Daniel F. Ulrich, Barbara u. Manfred Schmitz (Innovation und Zukunft Stiftung), Bürgermeister Christian Vogel (Foto Sabine Ratzel)

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© SDGs go local: Standort Von-der-Tann-Straße (Foto Sabine Ratzel)

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© SDGs go local: Standort Von-der-Tann-Straße (Foto Sabine Ratzel)

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© SDGs go local: Standort Von-der-Tann-Straße (Foto Sabine Ratzel)

März 2022

Der großzügigen Einladung der HypoVereinsbank folgend, eröffnet das Weltacker-Team am 3. März in deren Räumen am Lorenzer Platz eine weitere Ausstellung von Weltacker-Architekturmodellen der Studierenden der TH Nürnberg. 

Zur Eröffnungsveranstaltung am 3. März berichtet Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit als Vertreterin der Stadt Nürnberg von den vielen Runden, die in der Stadt nötig waren, um die Fläche für den Weltacker mitten in Nürnberg freizugeben.

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© Innovation und Zukunft Stiftung, vor den Räumen der HypoVereinsbank, von links: Britta Walthelm (Referentin für Umwelt und Gesundheit), Detlev Schirm (HypoVereinsbank), Michael Steffen (DATEV e.G.), Katrin Schwanke (SDGs go local), Manfred u. Barbara Schmitz (Stiftung), Prof. Ingrid Burgstaller (TH Nürnberg); (Foto Angela Hauber)

© Innovation und Zukunft Stiftung,: Weltacker-Modelle in der Schalterhalle der HypoVereinsbank (Foto Angela Hauber)

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© Figurentheater Salz+Pfeffer,: Szene aus dem Stück "Über(s)fischen " (Reihe Mobiles Theater)

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Juni 2022

Ein nachträgliches Servus.

ich bin Elna Tietböhl und seit Anfang Juni Eure Ansprechpartnerin bei Fragen, Anregungen und Wünschen rund um den entstehenden Weltacker. Ich bin zuständig für die Implementierung, Organisation und Kommunikation. 

Bereits im Vorfeld durfte ich mit der Innovation und Zukunft Stiftung und SDGs go local zusammenarbeiten und freue mich daher umso mehr, dass mir das Weltacker Projekt anvertraut wurde.

Am 26.Juni hatte ich bereits die Möglichkeit unseren Weltacker-Stand beim Nachbarschaftsfest in St. Leonard gemeinsam mit Barbara und Manfred Schmitz von der Innovation und Zukunft Stiftung zu betreuen. Der Austausch mit den Interessierten vor Ort, die neuen potentiellen Kooperationspartner:innen und die Kinder, welche fleißig unser Ackerflächenbuffet-Spiel ausprobierten, waren ein erfolgreicher Abschluss meines ersten Monats im Projekt. 

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir den Weltacker Nürnberg gemeinsam ERLEBEN. BEGREIFEN. VORANBRINGEN.

Mai 2022

Der Parkplatz am Westpark wird GRÜN!

Aus einer versiegelten Fläche wird eine Naturoase und offene Bühne der Begegnung und Unterhaltung.

Die Initiator*innen des Nürnberger Weltackers erzählen in einer Austausch- und Informationsveranstaltung am 25. Mai zwischen 17.30 und 19.30 Uhr vor Ort, was am Parkplatz Westpark in den nächsten Wochen und Monaten passieren soll.   

Wir laden die Nachbar*innen und alle interessierten Bürger*innen zum gegenseitigen Kennenlernen vor Ort ein und möchten sowohl über das Projekt Weltacker informieren als auch Fragen beantworten und über Anliegen und Wünsche in den Austausch gehen. In diesem Rahmen wird es auch Zeit für individuelle Gespräche im kleinen Kreis geben.

Herzlich willkommen sind alle Menschen, die einen Blick hinter die Kulissen des Weltackers werfen möchten, die gute Ideen einbringen und eventuell sogar mitmachen möchten.

Begrüßt werden alle Besucher*innen auf dem “Noch-Parkplatz“ und zukünftigen Weltacker mit einer kleinen Aufführung des Figurentheaters Salz+Pfeffer. „Über(s)fischen“ ist eine Eigenproduktion, gemacht für den öffentlichen Raum, womit sich das Theater auf seine Wurzeln im Straßentheater zurückbesinnt. 

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© Elna Tietböhl und Manfred Schmitz (v.l.n.r.) beim Nachbarschaftsfest in St. Leonard