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Das „Movimiento de Mujeres Indígenas por el Buen Vivir“ ist ein organisiertes kollektives Bündnis indigener Frauen* in Argentinien, das sich für sozioökologische, politische und kulturelle Rechte einsetzt. Die Bewegung verbindet ihre Forderungen mit dem Konzept des „Buen Vivir“ („Gutes Leben“), einer indigenen Lebensphilosophie, die Gemeinschaft, gegenseitige Fürsorge und ein harmonisches Verhältnis zur Natur in den Mittelpunkt stellt. Politisch positioniert sich die Organisation unabhängig und versteht sich als antipatriarchale sowie antiextraktivistische Bewegung.

Die Ursprünge der Bewegung reichen bis zu Märschen und Aktionen indigener Frauen seit den Jahren 2012 und 2015 zurück. Aus diesen Mobilisierungen entstand die „Marcha de Mujeres Originarias por el Buen Vivir“, aus der sich später das heutige Bündnis entwickelte. Ziel war es, indigene Frauen sichtbarer zu machen und ihre Perspektiven stärker in gesellschaftliche und politische Debatten einzubringen. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Mapuche-Aktivistin Moira Millán, die als eine der zentralen Stimmen der Bewegung gilt.

Im Zentrum der Forderungen steht die Sichtbarkeit indigener Frauenrechte. Die Bewegung kritisiert die historische Marginalisierung indigener Frauen in Politik, Gesellschaft und Medien und fordert mehr politische Mitbestimmung bei Entscheidungen, die ihre Territorien und Lebensrealitäten betreffen. Gleichzeitig setzt sie sich für die Anerkennung plurinationaler Identitäten und kultureller Autonomie ein. Damit verbunden ist die Forderung nach einem Staat, der die Existenz verschiedener indigener Nationen und deren Selbstbestimmungsrechte anerkennt.

Ein zentrales politisches Konzept der Bewegung ist das „Buen Vivir“. Dieses Modell stellt einen Gegenentwurf zu kapitalistischen und extraktivistischen Wirtschaftsformen dar, die auf Rohstoffabbau, Agrarindustrie und Umweltzerstörung basieren. Stattdessen betont Buen Vivir ökologische Nachhaltigkeit, kollektives Zusammenleben und den Schutz von Natur und Gemeinschaften. Ähnliche Konzepte wurden bereits in den Verfassungen von Ecuador und Bolivien aufgegriffen und gelten heute als wichtige Perspektiven für sozial-ökologische Alternativen in Lateinamerika.

Besonders bekannt wurde die Bewegung durch ihre Kritik am sogenannten „Terricidio“. Mit diesem Begriff beschreiben die Aktivistinnen die Zerstörung von Land, Wasser, Biodiversität, Spiritualität und Lebensformen durch Megaprojekte, Bergbau, Agrarindustrie und Umweltzerstörung. Der Begriff verbindet ökologische Gewalt mit kolonialer Unterdrückung, Feminiziden und kultureller Auslöschung. Die Bewegung fordert daher, Terricidio als Verbrechen gegen Menschlichkeit und Natur anzuerkennen.

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